Ich glaube, diese Verbundenheit existiert sogar heute noch zu Gabi Kießler. Nur ist ihr Wert längst verloren gegangen. Heute weckt dieses Gefühl eher die Erinnerung an eine Zeit, in der ich plötzlich das Chaos im Kopf eines anderen durchlebte.
Loyalität vs. Machtkampf
Ich habe oft für Gabi WhatsApp-Nachrichten an ihren Vater verfasst. Es waren Situationen, in denen Lothar Kießler auch in unserer Beziehung seine Illoyalität deutlich zeigte.
Denn es gibt nicht nur Gesetze. Es gibt auch ein ungeschriebenes Loyalitätsgebot in Familien. Und Lothar Kießler kannte dieses Gebot nicht.
Er nahm Anlässe, bei denen andere Großväter aus Anstand zurückstecken würden, um seinem Kind nur eines zu demonstrieren: Macht.
Er erkannte eine Bitte seiner Tochter nicht als Bitte an, sondern als Angriff auf seine Autorität. Er ist jemand, der Entscheidungen nicht nur für sich trifft, sondern für seine ganze Familie treffen will.
Das Zeugnis-Geld als Waffe
Ein Beispiel: Gabi wollte nicht, dass ihr Kind für ein schlechtes Zeugnis auch noch belohnt wird. Sie bat ihren Vater ausdrücklich, dem Kind kein Geld zu geben. Sie erklärte sich sogar noch dafür!
Doch Lothar Kießler sah darin keine Erziehungsmaßnahme seiner Tochter, die er respektieren sollte. Er sah darin einen Angriff.
Seine Reaktion? Er gab dem Kind nicht wie sonst 20 Euro. Er gab ihm 50 Euro.
Dieser Akt war eine reine Machtdemonstration. Er wollte Gabi zeigen: „Ich bin der Chef.“ Und er sah darin eine Möglichkeit, mich anzugreifen.
Ihr fragt euch, wie das geht?
Gabi zeigte mir diese Nachrichten, um mir zu sagen: „Schau mal, ich habe ihn gebeten, es zu lassen.“
Lothar wusste genau, dass das Unruhe in unsere Beziehung bringt. Er wollte einen Keil zwischen uns treiben.
Die fehlenden Worte
In solchen Momenten kam Gabi gefrustet zu mir. Sie wusste, sie würde nie die Worte finden, damit ihr Vater versteht, wie sehr er sie verletzt und übergeht. Sie hatte Angst, er würde sie bloßstellen.
Also bat sie mich oft, ihr einen Text zu schreiben.
Ich hätte ihm juristisch sauber erklären können, was er für einen Schaden anrichtet – so scharf, dass er Schnappatmung bekommen hätte.
Aber ich war sachlich. Ich habe versucht, die Worte zu schreiben, die ich in ihren Augen sah. Ich formulierte ihre Gefühle, die sie selbst nicht ausdrücken konnte.
Jedes Mal las sie es, hatte Tränen in den Augen und schickte es unverändert ab. Sie sagte mir, wie sehr ich ihr aus dem Herzen sprach.
Ich glaube, Lothar spürte diese Verbundenheit. Und er sah sie als Gefahr. Er merkte: „Das sind nicht ihre Worte. Da ist jemand, der ihr eine Stimme gibt.“
Ein normaler Opa hätte sich gefreut. Ein vom Alkohol und Macht besessener Patriarch fühlte sich bedroht.
Der Tag, an dem ich zum Feind wurde
Wann wurde ich endgültig zum Gegner erklärt? An dem Tag, als ich Gabi den Heiratsantrag machte.
Er erfuhr es über Ecken (durch Gabis Tochter). Ein normaler Vater hätte gratuliert.
Lothar schickte Gabi eine Nachricht: „Wann willst du eigentlich deiner Mutter von deinem Glück berichten?“
Was er eigentlich meinte, war: „Was bildet der Typ sich ein, das Familienoberhaupt nicht um Erlaubnis zu fragen?“
Er schob die Mutter vor, wie immer. Gabi erzählte mir oft: Die Mutter sei die Strenge, die Böse. Aber in Wahrheit war es immer Lothar, der die Mutter als Werkzeug benutzte, um seine Befehle durchzusetzen.
Respekt vs. Unterwerfung
Lothar ist ein Mann der "alten Schule". Er erwartet, dass der Schwiegersohn um die Hand der Tochter bittet.
Aber er hat eines übersehen: Ich lebe im 21. Jahrhundert. Und ich lasse mich nicht einschüchtern.
Respekt muss man sich verdienen. Und wer seine Macht in der Familie so perfide missbraucht, hat meinen Respekt als Patriarch verloren.
Ich habe eine Entscheidung getroffen, die nur Gabi und mich betraf. Ich habe sie als eigenständigen Menschen behandelt – nicht als sein Eigentum. Das hat er mir nie verziehen. Er kam nicht einmal zur Hochzeit.
Die Beobachtung auf der Couch
Ich bin kein Psychologe, aber ich beobachte.
Als Lothar einmal (das einzige Mal) in meiner Wohnung war, bot ich ihm meinen Sessel an. Aus Höflichkeit, und weil der Sessel stabil ist.
Jeder andere Mann hätte kurz Blickkontakt zu seiner Frau gesucht („Ist das okay?“).
Nicht Lothar. Er ignorierte mein Angebot demonstrativ und setzte sich breitbeinig genau in die Mitte meiner Couch.
Er wollte keine Gastfreundschaft. Er wollte zeigen: „Ich bestimme, wo ich sitze. Ich bestimme den Raum.“
Ich habe es akzeptiert, um keinen Streit zu provozieren. Aber ich habe gelernt.
Das Bündnis der Verbitterten
Ich glaube, Lothar hat viel Leid erlebt (vielleicht Mobbing wegen seines Gewichts?), das er später durch seine Uniform und seine Rolle als Familien-Tyrann kompensiert hat.
Heute ist er pensioniert, hat keine echten Freunde und führt einen verbitterten Kampf gegen den Mann, der seiner Tochter helfen wollte: Mich.
Gabi und Lothar haben sich gegen mich verbündet. Nicht aus Liebe zueinander, sondern weil ich der gemeinsame Feind bin. Ich bin derjenige, der den Alkohol und die Sucht benennt. Ich bin der Spiegel, in den sie nicht schauen wollen.
Sie hassen mich, weil ich Gabi das wegnehmen wollte, was sie "Hilfe" nennt (ihren Stoff), und Lothar das, was er "Macht" nennt (seine Kontrolle).
Aber wisst ihr was?
Selbst wenn sie jetzt aufhören zu trinken oder weniger Drogen nehmen, nur um mich zu widerlegen ("Seht her, wir sind gar nicht süchtig!") – dann habe ich mein Ziel erreicht.
Denn genau das wollte ich immer: Dass sie gesund werden.
Sie kämpfen gegen mich, indem sie versuchen, gesund zu wirken. Eine Ironie des Schicksals, die sie selbst wahrscheinlich gar nicht begreifen.
Ich weiß es war ein anderer Beitrag angekündigt und viele werden darauf warten. Doch manchmal ist man spazieren und es kommen Erinnerungen, die dann wiederum gelesen, klingen wie ein Text den man zum Beitrag machen sollte. So ist dieser hier entstanden und ich fand er zeigt aus einem interessanten Blickwinkel meine Beobachtungen in einer Zeit die dies daraus machten ☝️
Sorry aber auch hier ist mir nicht nach vielen Worten für den Push. Aber glaubt mir, ich gebe Morgen beim Beitrag der hochrangigen Berlinerin dafür wieder alles und lasse mal wieder ein bisschen den Reimer los 😉 bis dahin muss das ☝️ reichen. Fühlt euch mit Dank für eure Zeit ganz Doll gedrückt und bis Morgen sagt der mit dem Chaos ☝️ im Kopf...
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